Fortbildung Personzentriertes Arbeiten in Kassel

Fortbildung „Das Personzentrierte Arbeiten: Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen“

13.-14.2.2023 in Kassel, Veranstalter 53Grad Nord

In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Behindertenhilfe viel getan. Viele Konzepte für neue Umgangsweisen mit Menschen mit Behinderung sind entwickelt worden. Aber nur wenige befassen sich damit, wie die Beziehung zwischen professionellen Helfer*innen und Klient*innen ganz praktisch gestaltet werden kann. Wir alle sind für Personzentrierung und Selbstbestimmung, in unseren Leitbildern und Konzepten steht stets „der Mensch im Mittelpunkt“.

„Aber was es heißt, diese Auffassung im Alltag konkret zu verwirklichen, ist vielen Bezugspersonen unklar“ (Marlis Pörtner). Gute Rahmen- und Lebensbedingungen sind eine grundlegende Voraussetzung für eine gute Entwicklung, sagen aber noch nichts darüber aus, wie die Beziehung zwischen Menschen in diesen Rahmenbedingungen gestaltet ist.

Ein Konzept, was nicht an Einrichtungsstrukturen anknüpft und in Leitbildern endet, sondern bei der alltäglichen Begegnung ansetzt, ist der Personzentrierte Ansatz. Er wurde auf der Grundlage der humanistischen Psychologie und der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers von der Schweizer Psychologin Marlis Pörtner für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen entwickelt.

„Personzentriert arbeiten heißt, nicht von Vorstellungen ausgehen, wie Menschen sein sollten, sondern davon, wie sie sind, und von den Möglichkeiten, die sie haben. Personzentriert arbeiten heißt, andere Menschen in ihrer ganz persönlichen Eigenart ernst zunehmen, versuchen, ihre Ausdrucksweise zu verstehen und sie dabei zu unterstützen, eigene Wege zu finden, um – innerhalb ihrer begrenzten Möglichkeiten – angemessen mit der Realität umzugehen.“ (Pörtner 2021, 20)

Das Personzentrierte Konzept ist kein Rezeptkalender, keine Trickkiste und kein Programm, was die Mitarbeitenden „unentwegt vor Augen haben und bei jedem Schritt überlegen, ob er konzeptkonform sei oder nicht.“ (Pörtner 2021, 21). Es beschreibt vielmehr eine Grundeinstellung mit ganz praktischen Handlungsrichtlinien zur alltäglichen Umsetzung einer humanen und humanistischen Praxis.

In der Fortbildung werden die Grundsätze des Personzentrierten Konzeptes vorgestellt und besprochen. Ergänzt werden sie durch Überlegungen, wie arbeitsweltbezogene personzentrierte Teilhabe in der Einrichtung und im Sozialraum gestaltet werden kann. In kleinen Arbeitsgruppen wird die Umsetzung, wie sie bereits jetzt geschieht und weiter geschehen kann, erarbeitet. Am Ende sollen konkrete Vorschläge für die Praxis stehen.

https://www.53grad-nord.com/veranstaltungen/programm/das-personzentrierte-arbeiten

11. Netzwerktreffen und Fachtag

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Netzwerk Personzentriertes Arbeiten,

endlich klappt ein Treffen in München und wir freuen uns sehr, Sie/Euch einzuladen (Link zu Programm und Einladung). Es ist uns gelungen, Herrn Zahn und Prof. Doose für Vortrag und Gesprächsrunden am Fachtag zu gewinnen. Damit ist ein spannender Input und Austausch gewährleistet.

Für den zweiten Tag, unser Netzwerktreffen, liegt der Schwerpunkt wie immer auf der Umsetzung des Personzentrierten Ansatzes und dem Austausch dazu. Hierfür sind Ihre/Eure Beiträge wichtig (max. 30 Min. Input und lockerer Austausch mit den Teilnehmer*innen bei den anschließenden „Speakers Corners“). Besonders lebhaft und interessant ist es, wenn sich Nutzer*innen unserer Dienste und Einrichtungen mit einbringen. Die Themen sind Euch/Ihnen selbst überlassen.

  • Wir freuen uns auf Eure/Ihre Beiträge. Rückmeldungen dazu bitte unter anne.heuberger@augustinum.de (Rückfragen gerne auch telefonisch: Kontakt siehe unten)

Genaueres werden wir telefonisch oder per Videokonferenz besprechen. Sobald wir die Beiträge zusammengestellt haben, schicken wir das konkrete Programm des Netzwerktreffens an die angemeldeten Teilnehmer*innen.

Viele Grüße aus München vom Vorbereitungsteam Augustinum Wohnen und Tagesstätten

Anne Heuberger, Dipl. Sozialpäd (FH) – Leiterin Heilpädagogische Tagesstätten – Augustinum

Tel: 089/ 179 58 73 – 41

Mobil: 0173 68 157 51

E-Mail: anne.heuberger@augustinum.de

www.hpca.de

Neues Buch: Ernstnehmen-zuhören-Erfahrungen ermöglichen

Am 19.02.22 erschien das Buch «Ernstnehmen – Zuhören – Erfahrungen ermöglichen. Personzentrierte Haltung in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen» von Marlis Pörtner, Martina Portmann und Peter Indergand im Buchhandel. Das Buch ist eine Art Cover-Version von Marlis Pörtners Klassiker «Ernstnehmen – Zutrauen – Verstehen». Marlis Pörtner hat dieses Buch mitinitiiert, mitentworfen und mitgetragen, bis sie am 31. Oktober 2020 im Alter von 87 Jahren verstarb.
Das Autorentrio verknüpft die Handlungsgrundlagen und Richtlinien für den Alltag aus dem Ursprungswerk mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele, welche die junge Autorin und Fachfrau Kinderbetreuung Martina Portmann beisteuert, erläutert Peter Indergand, Fachlehrperson Kinderbetreuung, wie die Grundsätze im Alltag wirkungsvoll eingesetzt werden können. Weitere Informationen und Leseproben zum Buch hier

11. Netzwerktreffen 2022 in München

Das nächste Netzwerktreffen wird in München am 11. und 12. Juli 2022 stattfinden. Wir planen die Tagung für Menschen mit und ohne Behinderung. Sie wird in zwei Teilen stattfinden:

11.7.22: ab 11.30 Uhr Fachtagung mit Referaten von Tobias Zahn und Prof. Dr. Stefan Doose und anschließenden Gesprächsrunden

12.7.22 bis ca. 14.30 Uhr: Netzwerktreffen mit Beiträgen von den Teilnehmer*innen und Möglichkeiten zum Austausch

Für den Netzwerk-Tag freuen wir uns auf Beiträge, die Bezug zur Personzentrierten Haltung haben für Impulsvorträge und anschließende Speakers Corners. Wer hätte Lust, uns an seinen Themen teilhaben zu lassen? Rückmeldungen dazu bitte bis 31.01.22 an: verena.voelk@augustinum.de